Geschichte

Wasserversorgungsanlage Tauchersreuth - ein Denkmal der Technikgeschichte

In Tauchersreuth, einem Stadtteil von Lauf an der Pegnitz, befindet sich ein hölzerner Wasserturm aus dem Jahre 1907. Durch seinen Standort auf 438 Meter Meereshöhe ist er heute das am höchsten gelegene Bauwerk der Stadt Lauf.

 

Er ist Teil einer historischen Wasserversorgungsanlage, die das Höhendorf mit Trinkwasser versorgte. Anfang des letzten Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Anlage begonnen, die mit den technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit eine gesicherte Versorgung gewährleistete. Die am nächsten gelegene ergiebige Quelle entspringt gut 1 km vom Dorf entfernt in der Schlucht des Wehrgrabens. Das Hochdrücken des Wassers wurde mit einem hydraulischen Widder, auch Stoßheber genannt, bewerkstelligt. Diese selbsttätige Pumpe benötigt außer dem Fließdruck des Wassers keine andere Energie.

 

Um Verbrauchsschwankungen auszugleichen wurde am Südausgang des Ortes ein Hochbehälter errichtet. Der Wasserturm erreicht einen Durchmesser von 5,3 Meter und eine Höhe von 7,5 Metern. Der in runder, zylindrischer Form betonierte Wasserbehälter (Fassungsvermögen: 40 cbm) wurde mit einer Holzkonstruktion umbaut. Die Abdeckung des Bauwerkes geschah mit einer flachen Haube, die mit Blech eingedeckt wurde. Als Abschluss wurde eine Wetterfahne aufgesetzt, die durch ausgeschnittene Ziffern auf das Baujahr 1907 hinweist.

 

Die gesamte Anlage wurde im Jahre 1976 stillgelegt. Auf Initiative der Frankenbundgruppe Freunde des Neunhofer Landes wurde das Bauwerk als Denkmal der Technikgeschichte in die Denkmalliste eingetragen. Mit Zuschüssen und Eigenleistungen des Vereins wurde der Turm bis 1981 instandgesetzt. Die Wiederherstellung der ursprünglichen Funktion wurde 1987 abgeschlossen. Seitdem ist die Wasserpumpe - ein hydraulischer Widder - wieder in Betrieb. Er speist einen Brunnen vor dem Turm. Eine Erläuterungstafel zeigt den Besuchern die Funktionsweise der Wasserversorgungsanlage.

Wasserturm Tauchersreuth

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